Die Digitalisierung der Industrie

Industrie 4.0 ist ein Begriff, der allgegenwärtig ist. Der Begriff ist aber auch für diejenigen schwer zu verstehen, die sich damit bereits beschäftigt haben. Industrie 4.0 steht als Synonym für die Vernetzung der Industrie mit der IT oder für den industriellen Fortschritt durch Digitalisierung. Vielfach wird die vierte industrielle Revolution auf die Produktionsweise und industrielle Prozesse bezogen. In diesem Blogeintrag zeigen wir, wie die Industrie 4.0 unser eigenes Leben und unsere Arbeit beeinflusst und verändert. Es ist ein Versuch den Begriff auf das Wesentliche herunter zu brechen und aufzuzeigen, was die vierte industrielle Revolution für ein Unternehmen bedeuten kann.

Früher liess man sein Hemd beim Schneider anfertigen, genau auf seinen Körper angepasst, kein Zentimeter zu lang, keiner zu kurz. Später wurden durch die industrielle Revolution Kleider auf Maschinen durch Massenproduktion hergestellt. Als Konsument machte man jedoch Abstriche. Es gab immer weniger massgeschneiderte Hemden, sondern Hemden in den Grössen S bis XL. Das diese Hemden nicht mehr ganz so genau passten, nahm man gerne in Kauf. Die Hemden waren schliesslich um einiges billiger und passten trotzdem.

Durch die Industrie 4.0 werden die Informations- und Kommunikationstechnologien mit der Produktions- und Automatisierungstechnik kombiniert. Dies kann beispielsweise die Wirtschaftlichkeit eines Textilunternehmens erhöhen. Eine Kundin kann online ihre Körpermasse eingeben. Auf der anderen Seite wird das perfekte Hemd automatisch anhand dieser Daten produziert. Dem Internet sei Dank, fallen alle Schritte dazwischen weg oder andersgesagt werden sie automatisiert. Die Kundin muss nicht mit dem Auto zur Schneiderin fahren. Die Schneiderin muss keine Masse mehr abnehmen, das Material bestellen, den Stoff zu einem Hemd zusammen schneidern, die Kundin per Telefon oder Brief informieren und schlussendlich noch eine Rechnung ausstellen. Durch diese Automatisierung können viele Kosten eingespart werden. Ein „personalisiertes“ oder „customisiertes“ Hemd kann auf einmal wieder mit der billigen Massenproduktion preislich mithalten. Ganz so billig wie das von der Stange ist das massgeschneiderte Hemd noch nicht. Kunden sind aber bereit für ein personalisiertes Produkt einen Aufpreis zu bezahlen.

Marktanalyse, Strategie & Umsetzung auch in Zeiten der Industrie 4.0

Es stellt sich natürlich für das Textilunternehmen die Frage, ob die Kunden überhaupt massgeschneiderte Hemden wollen. Die Massenproduktion befriedigte in den vergangenen Jahrzehnten den Grossteil der Kundenbedürfnisse. Bevor ein Textilunternehmen nun eine höhere Investition tätigt, bedarf es einer Marktanalyse.  Erkennt man die Marktentwicklung als Unternehmen richtig, kann man die Wirtschaftlichkeit der zu tätigenden Investition besser abschätzen. So kann man neue attraktive Teilmärkte frühzeitig erschliessen und einen Vorsprung auf die Konkurrenz gewinnen. Ist die Marktattraktivität effektiv vorhanden, so ist es bloss eine  Frage der Zeit, bis auch das letzte Unternehmen sein starres Automatisierungskonzept aus den vorherigen industriellen Revolutionen überdenken muss. 

Der Kunde ist König und wenn dieser ein massgeschneidertes Hemd für einen geringfügig höheren Betrag kaufen möchte, muss die Angebotsseite reagieren. Die Märkte entwickeln sich durch die Digitalisierung und die Industrie 4.0 rasant schnell, meist unvorhersehbar und unbeständig weiter. Um als Unternehmen konkurrenzfähig zu sein ist es unumgänglich dieses mit einer fundierten Strategie immer weiter zu entwickeln – gerade in der Zeit der Digitalisierung!

Internet of Things

Jedes Objekt kann zu Endpunkten oder Knoten im Internet werden. Aber nicht nur Anlagen und Produktionsmaschinen, sondern auch Waschmaschinen, Autos, Staubsauger und Kühlschränke. Voraussetzung von Industrie 4.0 ist eine möglichst vollständige Vernetzung von Automationskomponenten, Produktions- und Qualitätsmanagementsystemen im Fertigungsumfeld und ein Informationsaustausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette – natürlich in Echtzeit und mit der Unterstützung eines betriebswirtschaftlichem Analyse- und Optimierungstools.

Geräte können heutzutage Daten über das Internet zur Verfügung stellen, durch diese Aktionen auslösen oder selbst agieren, ohne menschliches Handeln. Auf der Konsumentenseite macht Industrie 4.0 es für uns möglich, dass der Kühlschrank bemerkt, dass ich nur noch zwei Stück von meinem Lieblingsjoghurt habe. Trifft dies ein, bestellt der Kühlschrank ein neues Pack gleich automatisch beim Produzenten nach. Gut, dazwischen steht vielleicht noch ein Anbieter wie Amazon, Coop oder Migros. Schlussendlich wird aber die Information, dass ich schnellstmöglich ein Pack Joghurt von meiner Lieblingssorte haben möchte, durch die Digitalisierung automatisch der Wertschöpfungskette entlang durchgereicht.

Es kann aber sehr gut sein, dass Kunden mittelfristig weiterhin ihr Joghurt beim grossen Detailhändler vor Ort kaufen möchten. Die Aufgabe von Unternehmen ist es aber, Trends und die daraus entstehenden Marktmöglichkeiten frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu agieren. Es ist aber nicht nur wichtig für ein Unternehmen seine heutigen Kunden zu kennen. Ein Unternehmen muss auch seine Kunden von morgen und vielleicht sogar von übermorgen kennen! In der Zeit der Digitalisierung verändert sich das Konsumentenverhalten extrem schnell. Je näher man beim Kunden ist, desto eher erfährt man von Verhaltensänderungen. Industrie 4.0 ist diesbezüglich unumgänglich. Aber auch der schlechteste Maler wird durch den besten Pinsel nicht zu einem hervorragenden Künstler. Jeder Strich und jeder Farbtupfer muss wohl überlegt sein. Um in der Zukunft erfolgreich zu sein, muss man über eine gut überdachte Strategie verfügen. Von dieser leitet man Massnahen ab und setzt diese nachhaltig und agil um.

Bedeutung und Chancen durch die Industrie 4.0 für Unternehmen

Obenstehende Beispiele zeigen eindrücklich, dass die Industrie 4.0 einerseits eine grosse Herausforderung für Unternehmen bedeutet. Um den wirtschaftlichen Erfolg nachhaltig zu sichern, ist es für Unternehmen unumgänglich, mit der Zeit zu gehen und auf die bevorstehenden Veränderungen zu reagieren. Andererseits birgt die vierte industrielle Revolution aber auch enorme Chancen. Es entstehen viele neue Geschäftsmodelle und ein Unternehmen kann neue Potenziale nutzen. Das Kundenverhältnis kann sich fundamental weiter entwickeln. Unternehmen können durch den Datenaustausch ihre Kunden viel besser verstehen und auf ihre Bedürfnisse reagieren.

Ebenfalls wird durch die Digitalisierung der Industrie das Angebot besser auf die Nachfrage abgestimmt. Nicht nur betreffend Kundenbedürfnisse, sondern eben auch bezüglich Verbrauch von Ressourcen. Echtzeitanalysen verkürzen Reaktionszeiten und Ressourcen können optimal genutzt werden. Stillstände werden vermieden und Verschwendungen auf ein Minimum reduziert. Im Idealfall stellt der Hemdproduzent vom obigen Beispiel nur noch die exakt nachgefragte Menge her, anstatt Maschinen ineffizient für Stunden weiter laufen zu lassen, da dies billiger ist, als die Massenproduktion zu stoppen, um sie dann später vielleicht doch wieder hochfahren zu müssen. Durch Echtzeitanalysen erkennt er frühzeitig Trends und kauft die richtigen Stoffe zu einem guten Preis ein, bevor diese nur noch mühsam und teuer aufzutreiben sind. Auf der Produktionsseite kann durch die Industrie 4.0 eine höhere Effizienz erzielt und somit viel Geld gespart werden.

Die Digitalisierung und die Industrie 4.0 beeinflussen somit nicht nur einen Teil, sondern die gesamte menschliche Gesellschaft – vom Produzenten bis hin zum Endkonsumenten.

Was bedeutet das aber nun fürs Marketing eines Unternehmens?

Auch wenn primäre unternehmerische Tätigkeiten an das neue Umfeld der Industrie 4.0 anzupassen sind, ist die vierte industrielle Revolution kein Selbstläufer. Die Einführung neuer Produkte, die Erschliessung neuer Geschäftsfelder oder die Weiterentwicklung von Technologien erfordern ausgeklügelte Marketingstrategien. Die beste Technologie oder das beste Produkt entwickelt zu haben, bringt bei Weitem nichts. Zusätzlich muss der Kunde in kurzer Zeit verstehen, welches Problem die neue Technologie oder das Produkt schliesslich für ihn löst. Es müssen neue Wege beschritten werden, um das Marketing an die veränderten Lebenswelten der Konsumenten und Geschäftspartnern anzupassen.

Industrie 4.0 verlangt digitales Marketing!

Die Vernetzung von Produkten, Geräten und Menschen ist immer allgegenwärtiger. Das „Internet of Things“ (IoT) gewinnt immer mehr Bedeutung in vielen verschiedenen Lebensbereichen. In der Schweiz reift die Erkenntnis erst langsam, dass die Zielgruppe der Gegenwart auf ganz andere Marketingmassnahmen als noch die Generation davor anspringt. Alte Denkmuster müssen durchbrochen werden, wenn Produkte und Dienstleistungen in der Zeit der Industrie 4.0 erfolgreich vermarket werden wollen.

Viele Unternehmen sehen die eigene Website immer noch als lästiges Anhängsel, obwohl man über diesen Kanal während 24 Sunden, 7 Tage pro Woche während 365 Tage im Jahr neue Kunden akquirieren und bestehende pflegen kann. Dies weltweit, unabhängig von Tag, Nacht und Zeitzone! Die eigene Website kann zum Dreh- und Angelpunkt heranwachsen. Man lehnt sich nicht aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass in der Zeit der Digitalisierung und Industrie 4.0 auch das Marketing digitalisiert daherkommen sollte. Das gilt für den B2C- als auch für den B2B-Bereich, natürlich mit einem anderen Approach.

Customer Journey – Content Marketing & dynamisches Retargeting

Die Website zu einem erfolgreichen Marketingkanal zu machen, gelingt jedoch nur, wenn zielgruppengerechte, nachvollziehbare und vor allem verständliche Inhalte kommuniziert werden. Die Inhalte müssen eine hohe Qualität haben. Allfällige Fragen der Zielgruppe beantwortet die eigene Website so umfassend wie möglich. Dies untermauert die eigene Glaubwürdigkeit. Auch in der Zeit der Industrie 4.0 entscheiden sich Kunden und Entscheidungsträger eher für den Kauf eines Produktes, wenn die Geschichte dahinter nachvollziehbar, plausibel und möglichst schnell erklärt wird. Content Marketing und Storytelling sind diesbezüglich wichtige Stichwörter. Erzählungen und Storys, die sich mit dem Unternehmen und mit der Produktpalette befassen, vermitteln Authentizität und Vertrauenswürdigkeit. Hochwertige Inhalte auf der eigenen Website, sind ein wichtiges Erfolgsrezept. Diese Inhalte teilt das Unternehmen über verschiedene Online-Kanäle und erzeugt verschiedene Berührungspunkte mit den Kunden.

Hier hört Marketing aber nicht auf. Nehmen Sie an, ein potenzieller Kunde schaut sich Ihre Website mit seinem Smartphone bei seiner Fahrt im Ortsbus an. Auf einmal muss der Kunde aussteigen, schliesst den Browser und steckt sein Handy in die Jackentasche. Eine riesige Informationsflut prasselt täglich auf ihn ein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der potenzielle Kunde Ihr Unternehmem noch am gleichen Tag vergisst. Hier kommt die Marketingautomation ins Spiel. Der Kunde wird automatisch beim späteren Surfen auf Facebook, Instagram, LinkedIn oder einem anderen Kanal durch eine Werbung ihres Unternehmens wieder angesprochen. Im Idealfall beinhaltet die Werbung diejenige Leistung, welche er sich früher am Tag auf seinem Smartphone angeschaut hat. Durch die Digitalisierung sind solche dynamische Werbungen Realität geworden. Das Marketing kann nun viel effizienter eingesetzt und jeder Kunde entsprechend seiner individuellen Customer Journey angesprochen werden. Dank der Digitalisierung sind viele Marketing-Massnahmen messbar. 

Das Problem möglichst einfach Lösen

Schlussendlich liegt auch im Zeitalter der komplexen Vernetzung, Digitalisierung und der Industrie 4.0 die richtige Lösung oft in der Einfachheit. Der Kunde will, dass man als Unternehmen seine Bedürfnisse und Wünsche versteht. Schlussendlich will der Kunde die passende Lösung für das Problem verständlich präsentiert bekommen. Eine reine Auflistung technischer Details können den Kunden schnell einmal überfordern. Durch hochwertigen und einfach verständlichen Inhalt auf der eigenen Website geben Sie dem Kunden Orientierung. Sie vereinfachen ihm durch gutes und digitales Content Marketing – präsentiert auf allen zielgruppengerechten Kanälen – seine Entscheidung. Falls er gestört wird beim Betrachten der Leistungen ihres Unternehmens, will er zu einem späteren Zeitpunkt daran erinnert werden. Man zeigt ihm nochmals automatisch die relevanten Punkte und den Gesamtnutzen des angebotenen Produktes oder der Dienstleistung.

Im Zeitalter der Digitalisierung und der Industrie 4.0 reicht ein schönes neues Logo, ein cleverer Slogan und bisschen Werbung verteilt über verschiedene Kanäle nicht mehr. Erfolgreiche Unternehmen haben es verstanden zusammen mit Marketing-Spezialisten möglichst viele Berührungspunkte mit ihren Kunden zu schaffen. An diesen wird den Kunden zielgruppengerecht und möglichst klar die Lösung ihres Problems präsentiert. Die Erfahrungen dieses Austausches mit den Kunden fliessen direkt in die Weiterentwicklung der angebotenen Leistungen und schlussendlich des eigenen Unternehmens mit ein.

Verloren hat, wer wartet – gewinnen kann, wer probiert. Bleiben Sie am Puls der Zeit mit AB3.



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