Der Hype rund um die Digitalisierung ist riesig. Digitalisierung meint im ursprünglichen Sinne die Umwandlung von analogen in digitale Dateiformate. Die Bedeutung von Digitalisierung hat sich in den vergangenen Jahren laufend verändert, auch im Bereich Marketing. Heute werden diverse Technologien und Bereiche zur digitalen Kommunikation dem Überbegriff zugeordnet. Als Beispiele können Big Data, Internet of Things, Breitbandkommunikation, Industrie 4.0, Smart-Home oder künstliche Intelligenz genannt werden. Die Digitalisierung ist somit zum umfassenden Megatrend der digitalen Transformation von Wirtschaft, Staat, Gesellschaft und Alltag geworden. Entsprechend gross ist die Verwirrung rund um den Hype. Somit stellt sich die Frage nach Must-Have oder Trend?

Die Entwicklung der Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet mit einer ungeheuren Geschwindigkeit voran. Das Medium Radio (ca. Ende 19. Jahrhundert) brauchte rund 40 Jahre, bis es die ersten 50 Mio. Nutzer verzeichnen konnte. Das Internet (ca. 1990) hingegen brauchte nur noch vier Jahre, für die gleiche Anzahl Nutzer zu erreichen. Facebook (ca. 2005) benötigte seinerseits lediglich dreieinhalb Jahre.
Ende 2016 wurde das Spiel Pokémon Go veröffentlicht. Nur 19 Tage später gab es weltweit 50 Millionen Nutzer, welche die App nutzten. Die Digitalisierung wächst exponentiell. Ein exponentielles Wachstum ist für uns Menschen kaum vorstellbar, da wir dieses ohne Hilfsmittel nur begrenzt oder gar nicht einordnen können.Zur Beschreibung einer grossen digitalen Reichweite innert kürzester Zeit spricht man heute oft von Viralität. In engem Zusammenhang mit der Digitalisierung stehen die Sozialen Medien, welche einen neuen Kommunikationskanal bilden. Durch die Digitalisierung hat sich das Kommunikationsverhalten der Menschen verändert. Einige Länder überspringen aufgrund der fortschreitenden und sich beschleunigenden Digitalisierung ganze Technologien. Einige Bevölkerungsgruppen hatten beispielsweise nie ein Festnetztelefon, nutzen aber heute ein Smartphone.
Etwas absurd, aber stellen Sie sich vor wie die Kriegspropaganda vom zweiten Weltkrieg mit den heutigen Kommunikationskanälen abgelaufen wäre und welche Auswirkungen dies auf das Verhalten der im Krieg unbeteiligten Nationen und Personen zu Folge gehabt hätte.

Digitalisierung bringt Veränderung

Neben der Veränderung des Kommunikationsverhaltens verändert die Digitalisierung auch diverse andere Verhaltensmuster. Die veränderten Verhaltensmuster werden durch verschiedenste Tools der Digitalisierung wiederum analysiert und irgendwo gespeichert. So teilen wir vielfach unbemerkt Unmengen von persönlichen Daten. Diese Informationen sind mitentscheidend, wie und in welche Richtung sich die Digitalisierung weiterentwickeln wird. So wie es schwierig bis unmöglich ist den Austausch der persönlichen Daten zu vermeiden – so unmöglich ist es die Weiterentwicklung der Digitalisierung zu stoppen.

Big Data vs. Smart Data

Die Menge an Daten entwickelt sich, wie auch die Digitalisierung, exponentiell. Dies bedeutet, dass Unmengen von Datensätzen registriert werden.

Sobald eine grosse Menge von unstrukturierten Datensätze gesammelt werden, ohne dass die Datenempfänger umfassend wissen, wozu die erhaltenen Informationen genutzt werden sollen, so spricht man von «Big Data». Mittels Algorithmen kann man heute Big Data nutzbar machen. Big Data wird dadurch zu Smart Data.

Grosse Datenmengen werden intelligent gelesen und verarbeitet. Spezifische relevante Dateninformationen können für einen definierten Zweck aus riesigen Datenvolumen identifiziert, verarbeitet und verknüpft werden. Das hört sich alles komplex an, was es auch ist. Als Nutzer bemerken wir oftmals nicht, dass unsere Verhaltensmuster und Daten getrackt werden. Das Resultat von Smart Data merken wir dann beispielsweise bei der Nutzung von Google Maps. Plötzlich wird ein gewünschter Zielort durch die Applikation vorgeschlagen, ohne dass es zu einem merkbaren Informationsaustausch zwischen Nutzer und Google Maps oder einer anverwandten App kam. Den Zielort leitet Google Maps aus den bekannten und bereits registrierten Verhaltensmustern ab.

Datenerfassung ist längst nicht mehr nur den bekannten, grossen, digital avisierten Unternehmen vorenthalten. Heutzutage ist eine Vielzahl dieser Tools für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Grundsätzlich gilt es festzuhalten, dass digital ermittelte Daten über Nutzerverhalten für eine Vielzahl von Unternehmen sehr wertvoll sind. Fehlt jedoch eine klare Strategie zur Nutzung der Daten, so sind diese nutzlos – können folglich nicht von Big Data zu Smart Data umgewandelt werden.

Chancen und Gefahren

Sobald man als Unternehmen Informationen seiner Kunden digital analysiert und sammelt, so gilt es die geltenden Datenschutzverordnungen und -gesetze einzuhalten. Werden diese nicht eingehalten kann es schnell einmal teuer werden. Dies gilt auch wenn die Datensätze nicht weiterverarbeitet sondern lediglich gesammelt wurden.  Aus sicherheitsrelevanten Aspekten gegenüber den Nutzern, wird die Gesetzgebung stetig an die voranschreitende Digitalisierung angepasst. Da sich die Digitalisierung exponentiell weiterentwickelt, werden jedoch immer Lücken bestehen bleiben. Diese Sicherheitslücken bilden einerseits Chancen aber auch Gefahren. Die Digitalisierung ruft Innovationen ins Leben und viele der neu entwickelten Produkte nutzen die bestehenden Sicherheitslücken aus. So kann es vorkommen, dass sich Produkte im Markt bereits so stark etabliert haben, dass sie nicht wieder wegzudenken sind. Gesetze werden folglich an die etablierte Praxis angelehnt, da die Marktveränderung nicht mehr aufgehalten werden kann.

In den vergangenen Jahren hat sich beispielsweise der Markt für Personentransport (spezifisch Taxis) in einigen Ländern stark verändert. Dafür verantwortlich ist Uber, welches es Kunden ermöglicht das Taxi über eine App zu sich zu bestellen und unteranderem bereits vor der Fahrt eine Preisübersicht zu erhalten. Das amerikanische Start-Up hat sich in den Vereinigten Staaten so stark etabliert, dass es in diversen kalifornischen Städten heute nur noch eine Minderzahl an «normalen» Taxiunternehmen gibt.

Viele klassische Taxiunternehmen haben mit einer derartigen Marktentwicklung nicht gerechnet. Aufgrund des exponentiellen Entwicklungsschemas war für sie das einzutreffende Szenario nicht vorstellbar. Der Fokus galt weiterhin der bestehenden Konkurrenz und keiner hat erwartet, dass eine Innovation einen bestehenden Markt innert Kürze so stark verändern wird.  Uber seinerseits setzte auf die Trends der Digitalisierung und die neuen Verhaltensmuster der Kunden. Heute ist die App nicht mehr weg zu denken; Nutzer haben deren Mehrwerte erfahren und wollen von dem Angebot auch künftig Gebrauch machen. Der Markt hat sich verändert und in vielen Ländern wurde Uber auch über Gesetze kein Riegel geschoben, wie dies von der klassischen Taxibranche erwartet wurde. Viele traditionelle Taxis sind heute machtlos und beschweren sich bei den Kunden – die Kunden hingegen empfinden Beschwerden mühsam und wollen lediglich von A nach B – das nächste Mal wohl mit einem Uber.

Marktveränderung mit Digitalisierung

Ein Einzelfall? Nein, das Uber der Gastronomie nennt sich AirBnb… Die Märkte verändern sich in der Zeit der Digitalisierung schneller. Stellt sich die Frage, wie Unternehmen sich auf die Digitalisierung einstellen sollten. Wir sind uns bewusst, dass es wohl kaum einem Unternehmen möglich ist, grosse finanzielle als auch zeitliche Investitionen zu tätigen um ihr Unternehmen innert weniger Monate zu „digitalisieren“. Abgesehen davon, dass eine umfassende Digitalisierung eines Unternehmens grundsätzlich unmöglich ist, wäre es nicht die gewinnbringende Vorgehensweise. Die Digitalisierung in einem Unternehmen beginnt bei der Philosophie. Sind die Führung und die Mitarbeitenden nicht bereit für digitale Prozesse und glauben nicht an potenzielle Mehrwerte und die daraus entstehenden effizienteren Prozesse, so können auch grosse Investitionen keine erfolgsbringende Digitalisierung herbeiführen.

Wir sind der Meinung, dass die Digitalisierung für jedes Unternehmen entsprechend seiner Grösse, seiner Vision und finanzieller als auch personeller Ressourcen individuell zu betrachten ist. Sie müssen keine Vorreiterrolle einnehmen. Die Digitalisierung schreitet voran und sie können auf markterprobte Lösungen setzen. Wechseln sie beispielsweise nicht morgen überhastet auf das neue KI Produkt «Einstein» von Salesforce, nur damit sie dem Trend entsprechen, denn mit grosser Sicherheit werden sie dadurch eine Investition tätigen, welche sich nicht mit den resultierenden Mehrwerten amortisieren lässt. Hören sie auf Experten und passen Sie die Grösse Ihrer Schritte auf Ihr Unternehmen an.

So appellieren wir Seitens AB3 zu Agilität. Märkte gilt es zu beobachten und auf Entwicklungen muss man als Unternehmen rasch reagieren können. Ist man in der eigenen Unternehmung agil und es stimmt die Philosophie, so entstehen Chancen. In Veränderungen erkennt man plötzlich Potenziale für das eigene Unternehmen. Mittels strategisch geplanter Projekte können Sie die vorhandenen finanziellen Mittel gezielt einsetzen und nachhaltig Mehrwert generieren. Digitalisierung bedeutet für Sie eine Chance, welche Sie auch in kleinen Schritten angehen können.

Verloren hat, wer wartet – gewinnen kann, wer probiert. Bleiben Sie am Puls der Zeit mit AB3.


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